Tierisch, witzig, weiblich
Phantasie, eine XXL-Portion Humor und jede Menge künstlerisches Können - diese drei Zutaten machen die Werke des Hamburger Nachwuchsillustratoren Frederik Folkert Mettjes aus. Seine Lieblingsthemen: Frauen und Tiere.

Lebendig wirkende Comicfiguren, detailgetreu dargestellte Tiere und viele schöne Frauen – das ist der spezielle Mix, der die Kunstwerke von Frederik Folkert Mettjes so einzigartig macht. Mettjes wurde 1981 in Hamburg geboren. Derzeit studiert der Künstler Illustration an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) in Hamburg. Schon als Kind hat er viel gezeichnet, zunächst vor allem Comics. Nach und nach wurden seine Werke realistischer und ein wenig ernsthafter. „Die Mädchen an meiner Schule fanden die Bilder ganz hübsch“, erzählt Mettjes, dessen Berufswunsch schon in seiner Jugend feststand.

Thematisch hat Mettjes einen Schwerpunkt: „Frauen und Tiere male ich am liebsten. Beide liegen mir besonders am Herzen, vom ästhetischen und vom persönlichen Standpunkt aus." Diese ungewöhnliche Kombination erklärt er mit dem „Obstsalatprinzip": „Ich mag Äpfel, Bananen, Ananas, Weintrauben, Mangos etc. einzeln, aber in der Kombination, also in Obstsalatform, sind sie doch noch irgendwie reizvoller." Das leuchtet ein.
Der junge Hamburger bevorzugt das Aquarell. Allerdings sind bei dieser Technik, gerade in hellen Bereichen, keine Korrekturen mehr möglich. Deshalb muss Mettjes die Anlage des Bildes vorher präzise planen und sich bei der Ausführung extrem konzentrieren. Die Aquarell-Technik mag er aber auch aus einem pragmatischem Grund: „Die Farben stinken nicht so wie Öl und man macht sich nicht dreckig." Seine Kreativwerkstatt hat sich der 27-Jährige zu Hause eingerichtet. Wert legt er auf gutes Licht. Absolute Ruhe beim Arbeiten? Fehlanzeige. Wenn Mettjes malt, läuft das Radio oder laute Musik. „Viele Künstler sind störanfällig", erzählt er. Mettjes nicht.
Alle Bilder des Nachwuchsillustratoren sprühen vor Humor. „Viele Künstler wollen in ihren Arbeiten zeigen, was schlimm und schrecklich ist", erzählt er fast ein wenig mitleidig. „Ich möchte die Menschen nicht traurig machen und mag es, wenn es ein bisschen lustig ist." Dem bekennenden Komödien-Liebhaber geht es nicht darum, in seinen Bildern Probleme zu verarbeiten, sondern er möchte mit seiner Arbeit etwas zeigen, „was schön ist und Freude macht".
Lustig und phantasievoll sind nicht nur seine Bilder, sondern auch die Texte, die er gelegentlich verfasst. Gutes Beispiel: sein Buchprojekt „Bornholdt auf Elefantenjagd". Es ist die Geschichte einer „Männerfreundschaft" zwischen einem Elefanten und einem Meerschwein. Die Zwei machen sich gemeinsam auf die Suche nach der perfekten Elefantenkuh. Wunderbar illustriert ist diese Geschichte ein Lesegenuss und Augenschmaus zugleich. Man kann sie sich auf seiner Homepage www.mettj.es anschauen und herunterladen.
Derzeit arbeitet Frederik Mettjes an seiner Diplomarbeit, eine Serie von fünf Bildern. Natürlich dreht sich auch hier alles um Frauen und Tiere. Wenn beides frei kombiniert werde, entstehe teilweise schon ein sehr absurdes Bild, sagt er. So ist auf einem ein Raum mit Schachbrettmuster zu sehen, auf dem in jedem weißen Feld ein kleiner Frosch sitzt und auf einem Feld dann eine Frau versteckt ist. Was will er dem Betrachter damit sagen? „So ein Bild muss nicht immer auf den ersten Blick einen Sinn ergeben", findet Mettjes. Er gibt ihn bei diesem Bild jedenfalls nicht vor, den solle doch lieber jeder für sich selber finden.
Und wie sieht es mit dem viel beschworenen Sinn in den Arbeiten des Herrn Mettjes aus? „Für mich ist es schon Sinn genug, während des Malprozesses die Schönheit des jeweiligen Motivs gänzlich zu begreifen und mich an der malerischen Technik zu erfreuen", sagt er. Er weiß, dass der Betrachter, der an diesem Prozess nicht teilnimmt, das Bild verstehen will. Diesen Durst möchte Mettjes nicht zu schnell stillen. Er will es vermeiden, den Kunstfreund mit einem klar definierten Inhalt zu langweilen. „Daher gebe ich gerne kleine Rätsel auf. Ob diese auch tatsächlich eine Lösung beinhalten, ist für mich zweitrangig. Wenn es gut läuft, machen sich die Rätselnden ja auch viel spannendere und intelligentere Gedanken zu meinen Bildern als ich dazu überhaupt in der Lage wäre."
Im Sommer 2008 wird Frederik Mettjes seine Diplomarbeit abgeben und nach seinem Studium - wie die meisten Illustratoren - vermutlich freiberuflich arbeiten.
Kontakt: Frederik Mettjes, Telefon: 04101-370748,
Email frederik@mettj.es, Internet www.mettj.es
Frauke König







